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Former president, W. Daniel Wilson, recently published Goethes Erotica und die Weimarer „Zensoren.“

wilson goethes erotica

Wehrhahn-Verlag, 2015, 256 Seiten, mit Abb., Hardcover. ISBN 978–3–86525–451–1. Preis: 19,80 €.

From the publisher’s web site:

“Nach seinem Aufenthalt in Italien schrieb Goethe erotische Dichtungen, die auch seine Freunde schockierten. Schiller übte ›freundschaftliche‹ Zensur, und der Herzog Carl August von Weimar wies sogar sein Geheimes Consilium an, über ein Protestgedicht Goethes zur Kritik an seiner erotischen Dichtung zu verhandeln. Fortan hielten Freunde und Herausgeber den Dichter zum Selbstschutz an; er durfte nicht den Eindruck erwecken, er sei einer jener verruchten, sexuell und religiös freizügigen Libertins jener Zeit. Jetzt zensierte Goethe sich selbst und schrieb Erotica nur für den vertrauten Freundeskreis. Er hob sie aber zur posthumen Veröffentlichung auf, da er von künftigen Generationen mehr Liberalität erwartete.

Genau vor hundert Jahren, 1915, wurden die obszönsten Werke Goethes endlich vollständig gedruckt. Davor schlugen sich 120 Jahre lang all jene, die Zugriff auf die Manuskripte hatten (nach Schiller: Eckermann, Riemer, Kanzler Müller, Goethes Enkel, Großherzogin Sophie und die an Sophies großer ›Weimarer Ausgabe‹ Beteiligten), mit dem „Problem“ dieser obszönen Texte herum. Und irgendjemand kratzte, schnitt und radierte die anstößigsten Stellen aus den Handschriften. Aber wer?

Dieses Buch ist ein philologischer Krimi, der nach den Tätern fahndet und den verschlungenen Wegen der obszönen Manuskripte durch Weimar folgt. Eckermann deponierte sie in der Bibliothek, Müller versteckte sie auf dem Dachboden, das Großherzogliche Hausarchiv verbarg sie in einer verschlossenen Kiste mit irreführender Aufschrift. W. Daniel Wilson erzählt erstmals auf breiter Quellengrundlage die Geschichte dieser wohlwollenden Zensur Goethes. Die besprochenen Texte werden mit abgedruckt.”

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The University of Tennessee, Knoxville will be celebrating a Goethe Festival November 12-13, 2015 and Heather Sullivan has been invited to give the keynote lecture on “Goethe and the Anthropocene.”

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Karl J. Fink has recently completed a website that highlights eleven video clips created with seventy images from Goethe archives at the Klassik Stiftung Weimar.

goethe graphics

Using new digital technologies, Fink presents Goethe’s discovery of morphology as visual narratives of form in motion. From hundreds of sketches and drawings in Goethe’s collection of graphics, Fink selected images that demonstrate Goethe’s study of form in bones, plants, rocks, colors, clouds, faces, tools, and buildings. These images are documented by artist, location, and owner, and are transformed into quick-time movies that follow Goethe’s claim that “Nothing stands still” (Nichts ist stillstehend, LA I.6.vii). User interactive, the website illustrates Goethe’s way of doing science by art and for the first time gives the viewer access to Goethe as a visual thinker who often sketched his ideas in images before he wrote them with words.